Prophylaktische Asthmatiker


Im Outdoor-Blog vom Tagi war heute ein sehr interessanter Artikel zu lesen der doch ziemlich grosse Fragezeichen hinterlässt: „Der Schatten von Olympia„. Der Abschiedsbeitrag von Biker Laurens van Rooijen, an dieser Stelle: Danke für die interessanten Beiträge!

Für mich ist klar, dass auch der Mountainbike-Sport nicht frei von Doping ist. Allerdings bin ich bisher vielleicht etwas naiv davon ausgegangen, dass die Mehrheit der Profi-Mountainbiker zu gesundheitsbewusst sind um sich zu massakrieren. Fragen Sie mich nicht wieso, ich vermute weil ich selber Bike, keine Substanzen konsumiere, gerne in der Natur unterwegs bin und möglichst gesundheitsbewusst lebe … Scheuklappen angesetzt habe. Der Artikel von Laurens van Rooijen lässt mich jetzt doch anderes vermuten.

Ich zitiere den für mich bedenklichen Abschnitt aus „Der Schatten von Olympia„:

Swiss Olympic und die Grauzonen

Für Stirnrunzeln unter Insidern sorgte im Vorfeld der Olympischen Spiele von Peking der Chief Medical Officer von Swiss Olympic: Beat Villiger, ein auch im Fernsehen gerne und oft zitierter Experte, bot alle für Olympia nominierten Athleten zu Gesundheits-Checks nach Nottwil auf. Und Villiger sprach unumwunden davon, dass man Grauzonen ausnutzen müsse, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Fall von Nino Schurter hiess dies: Der Bündner, im Nachwuchsbereich bereits Weltmeister bei den Junioren und in der U-23-Kategorie, wurde vor Peking von Swiss Olympic zum Asthmatiker erklärt und darf seither zu Asthmasprays greifen, um die Sauerstoff-Aufnahme zu optimieren. Nur zwei Athleten stellten sich im Frühjahr 2008 öffentlich gegen Villigers Ausnutzen der Grauzonen: Der Schwimmer Karel Novy und der BMX-Spezialist Roger Rinderknecht.

Ich habe ja mein Comeback als Hobby-Mountainbiker (habe diesem Hobby schon 1989-2002 gefrönt) vor etwa 18 Monaten wegen der Knie gestartet und kann schon ein wenig nachvollziehen wie es wäre mit mehr „Luft“ unterwegs zu sein. Aber mich zum Asthmatiker erklären lassen käme nicht in Frage und ich ziehe den Hut vor Karel Novy und Roger Rinderknecht. Als Hobby-Mountainbiker habe ich sehr grossen Respekt vor Nino Schurter, aber seit ich weiss, dass Nino Schurter sich prophylaktisch zum Asthmatiker erklären liess, ist dieser sicher nicht grösser geworden.

Vor grauen Zeiten war ich im Sozialbereich tätig und habe mich viel mit der Suchtproblematik auseinandergesetzt. Dabei habe ich gelernt, dass wenn durch eine Substanz oder ein Verhalten eine Tür aufgestossen wurde, diese sehr schnell immer wieder aufgestossen werden kann oder eben muss (hier könnte man dann von Sucht sprechen) und je nach Erfahrung die Hemmschwelle sinkt immer neue Türen aufzustossen. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle ob diese Türen durch Substanzen wie z.B. Alkohol und Nikotin oder Glückspiel oder Erfolg im generellen Sinne aufgestossen werden. Es kann sein, dass man es wieder und wieder erleben möchte, will oder eben muss – Chemie im Körper!

Cartoon von „besscartoon“ bei de.toonpool.com

Die suchtfreie Gesellschaft ist eine Illusion … oder wohl gar eine Halluzination.

Wenn ich jetzt meine Erfahrungen, mein Wissen und die neuen Informationen verknüpfe, stellt sich sehr schnell die Frage: Gibt es überhaupt sportliche Spitzenleistungen frei von Substanzen?

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Über Daniel S.

Unwichtig :-) oder siehe hier: rock-that-body.com Kontakt via E-Mail: daniel(at)rock-that-body.com
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